Vortrag

 

 

 

Holy Land Trust

 

Vorstellung einer Friedensinitiative aus Bethlehem

 

 

Das Unmögliche möglich machen - Frieden im Heiligen Land

 

Der Holy Land Trust (HLT) ist eine lokale Nichtregierungsorganisation in Bethlehem in den palästinensischen Autonomiegebieten. Sie strebt einen stabilen und gerechten Frieden zwischen Israelis und Palästinensern an und arbeitet seit 1988 aktiv mit drei Zielgruppen zusammen: Palästinenser*innen, Israelis und der internationalen Gemeinschaft.

Wie Elias Dies, der Geschäftsführer des HLT, erläuterte, besteht eine der Maßnahmen darin, dass regelmäßig junge Israelis zu gemeinsamen Aktionen in das Westjordanland eingeladen werden, beispielsweise zur Olivenernte, aber auch zum Wiederaufbau von Häusern, die das israelische Besatzungsregime hat abreißen lassen.

 

Dem liegt folgendes Problem zugrunde:

Während die israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland sich ständig ausdehnen, wird Palästinensern nur selten eine Baugenehmigung erteilt - und das seit Jahrzehnten. Da die Familien aber wachsen, muss Wohnraum geschaffen werden; und da die Baugenehmigung nicht erteilt wird, wird aus der Notlage heraus oft ohne diese gebaut - für die Besatzungsmacht ein Grund, die Häuser abzureißen.

 

(Laut dem UN-Büro für die Koordination humanitärer Belange in den besetzten palästinensischen Gebieten - United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs occupied Palestinian territory, kurz OCHA - wurden im ersten Quartal des Jahres 2021 insgesamt 292 Einrichtungen zerstört - gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres eine Zunahme von mehr als 120 %. Siehe https://www.ochaopt.org/sites/default/files/demolition_monthly_report-mar_2021.pdf)

 

Bei ihrem Einsatz erleben die israelischen Jugendlichen also selbst, was es bedeutet, unter Besatzung zu leben. Die Hoffnung von HLT ist, dass sie davon zu Hause erzählen, um die israelische Gesellschaft, die darüber wenig informiert ist, überhaupt auf die Problematik aufmerksam zu machen.

 

Zu den Programmen von HLT zählen außerdem Emanzipationsprojekte zur Stärkung von jungen palästinensischen Frauen und Mädchen, Kurse in gewaltfreier Kommunikation und Dialogprojekte zwischen Israelis und Palästinenser*innen.

Ziel ist es insgesamt, die Zivilbevölkerung im Heiligen Land zu stärken, um eine bessere Zukunft für alle BewohnerInnen und Bewohner zu erreichen.

 

Die Veranstaltung fand am 23. September 2021 im Begegnungszentrum margaretaS in Brühl statt.

Das Bild zeigt Elias Dies - rechts - neben seinem Übersetzer Thomas Trischler.